Festschrift zum 175jährigen Bestandsjubiläum
Festschrift zum 175 jährigen Bestehen der Bürgermusikkapelle Ehrwald
verfasst von Otto Haudek
Schon anlässlich des 140jährigen Gründungsfestes unserer Musikkapelle im Jahre 1948 wurde die Geschichte und deren wichtigste Ereignisse in einer Festschrift festgehalten. Sie war erst 3 Jahre nach Beendigung des zweiten Weltkrieges entsprechend der damals herrschenden Notzeit auf allen Lebensgebieten bescheiden ausgefallen. Sie beschränkte sich im ersten Teil wesentlich auf mündliche Aussagen. Der im Jahre 1953 verstorbene und 101 Jahre als gewordene „Heilige Wirt" Josef Hohenegg, dessen Vater Gemeindevorsteher, also Bürgermeister, in Ehrwald war, erzählte seinem Sohn gerne aus vergangenen Zeiten und erinnerte sich, dass am Fronleichnamstag „vor dem großen Krieg", also 1808, die Ehrwalder Schützen mit der „Musi" ausrückten. Der Lehrer Josef Anton Hosp führte als Kapellmeister die „Feldmusik" an, wie man damals eine auch marschierende Musik nannte. Es wird daher angenommen, dass das Gründungsjahr für unsere Musikkapelle das Jahr 1808 ist.
In Gesprächen mit „Jaköble´s Peter" dem 1976 verstorbenen 92jährigen Peter Klotz erfuhr man ebenfalls viel interessantes aus Ehrwald´s Vergangenheit. Schriftliche Quellen ermittelten Dr. Ignaz Mader aus Lermoos und Dr. Heinrich Ritter von Srbik, letzterer verbrachte seinen Lebensabend in Ehrwald, befassten sich eingehend mit der Geschichte unseres Heimatdorfes. Im Kataster über „Leistungen und Roboten" im Amtsanwaltsarchiv in Lermoos aus den Jahren 1784/85 scheinen die Namen „Musi" als Haus- und Beschäftigungsnamen auf und schrieben sich Sonnweber. Dies ist ein Beweis, dass hier schon zu Beginn des 18. Jhd. „Musik" gemacht wurde. Das Schützenwesen nach Kaiser Maximilian´s I. „Tiroler Landlibel" war in unserem Lande stark verbreitet und mit ihm hat sich in vielen Orten auch die „Feldmusik" entwickelt.
Im „Drei Mohren-Archiv" in Lermoos fand man eine Urkunde aus dem Jahre 1742, in der die Einteilung einer Wachordnung für die drei Gemeinden Ehrwald, Lermoos und Biberwier zu ersehen ist. Oberkommandant war der k. u. k. Schützenmajor Nepomuk von Dietrich. Die Ehrwalder Kompanie war eingeteilt nach den hier bestehenden Höfen: Holzer-, Orter-, Müller-, Zwischenpecher- und Tieferthof. Auch die Namen der Ehrwalder Schützen werden genannt und als Schützenhauptmann wird Philipp Posch angeführt. Diese Einzelheiten seien deshalb erwähnt, um das Alter und die Bedeutung des Schützenwesens auch in unserem Ort zu unterstreichen. Mit den Schützen geht auch die Entwicklung der Tiroler Musikkapellen.#
Die Anfänge musikalischen Wirkens in Ehrwald lassen sich bis zum Jahre 1770 zurückverfolgen. Der am 1. August 1757 in Lermoos geborene Josef Anton Hosp war Lehrer, Organist und Mesner in Ehrwald. Seine Ausbildung hatte er im Kloster Ettal genossen. Im Jahre 1787 heiratete er die Ehrwalder Bürgertochter Maria Huber. Er gestaltete mit einem Chor die kirchlichen Anlässe, bei welchen auch Blasmusik mitwirkte. Im Jahre 1800 hatte Ehrwald bereits 135 Häuser und 1113 Einwohner, also gab es genug Männer und Frauen, welche sich musikalisch betätigen konnten. Bei weltlichen Anlässen wurde auch zum Tanz aufgespielt. Der Ehrwalder Kurat Josef Praxmarer hat in seinem Roman „Die Pestkapelle im Gaistal" einen Paul Paulweber, auch „Schwegelpfeifer-Hannes" genannt, als Hauptperson gewählt. Pfarrer Alois Haueis hat die genauen Geburts- und Sterbedaten aller hier angeführten Namen ermittelt. Der Schwegelpfeifer-Hannes, dessen Nachkommen die heutigen Paulweber, die „Roteler" sind, war der Sohn eines Zöllners auf der Schanz. 1796 erhielt er vom Edlen von Dietrich in Lermoos eine Schwegelpfeife, die wieder von der Bergknappen-Musik in Imst stammte. Er beherrschte diese Mundpfeife so meisterhaft, dass es „eine Lust war, wenn er seinen Schützenmarsch blies". Praxmarer schreibt auch, dass in allen größeren Orten beim Ausmarsch anno 1797 die Feldmusik „rauschte". Im selben Jahr rückte Hannes zu den Fulpmeser Schützen als Freiwilliger und Schwegelpfeifer ein, kämpfte bei Spinges, eroberte sogar eine feindliche Fahne und erlernte nach seiner Rückkehr in Fulpmes das „Löffelschmieden", welches Gewerbe er bis zu seinem Tode in Ehrwald, im heutigen Hause Hauptstraße 102, ausübte. Er war bis ins hohe Alter ein eifriger Musikant.
Zur selben Zeit gab es im Oberdorf eine musikbegeisterte Familie, die „Treininger" mit Johann Michael Pfennig, geboren 1772 und seinem Sohn Siegfried, geboren 1806. Die Treininger lebten im Hause Martinsplatz Nr. 15, wo heute die Somweber (Gallus) wohnen. Der erwähnte Chorleiter Anton Josef Hosp, Paul Paulweber, Ludwig Stricker, genannt „das alte Schützli" und zwei mit Namen Somweber aus dem Hause „Musiger", sind die ersten namentlich erfassten Musikanten. Siegfried Pfennig rückte 1824 als Bläser zum Militär ein, ist bei der Regimentskapelle Posaunist und wird nach 6jähriger Militärdienstzeit 1830 Kapellmeister.
Kurat Doser legte 1834 das Verkündungsbuch der Pfarre Ehrwald an und vermerkte am 1. Juli 1834, dass die Musikkapelle und die Schützen bei der Fronleichnamsprozession ausrückten. Siegfried Pfennig führte dann die Musikkapelle bis zum Jahre 1860. Auch sein Bruder war Bläser. Sie betrieben neben einer kleineren Landwirtschaft die Instrumentenmacherei und bauten besonders Harmonium´s. In den Jahren bis 1860 gab es für unsere Musik einige bemerkenswerte Ereignisse. Das Revolutionsjahr 1848 fing auch hier nicht spurlos vorüber. In der Pfarrchronik fand ich eine „Tiroler Schützenzeitung" vom 20. Juli 1848, in welcher es heißt: Dass im Gericht Ehrenberg vorläufig nur Ehrwald „eine schöne Kompanie von 125 Mann organisiert und mit freiwilligen Beiträgen uniformiert wurde und dass ich die Kompanie um ½ 10 Uhr unter „Türkischer Musik" - also mit Trommel und Tschinelle - in Bewegung setzte."
In einer Beilage zur „Volks- und Schützenzeitung" aus dem Jahre 1856 wird die feierliche Übergabe und Weihe einer neuen Schützenfahne beschrieben. Weil die Musikkapelle hier eine wesentliche Rolle spielt, sei auch dieser Festtag für Ehrwald erwähnt. Gestiftet hatte die Fahne der k. u. k. Offizial E. Schennach zu Innsbruck, Ehrenhauptmann der hiesigen Schützen. Sr. Kaiserl. Hoheit Erzherzog Johann hatte ein Fahnenband gestiftet. Oberschützenmeister Fidel Hosp, Bruder des Hand Paul Hosp, beide Lehrer in Ehrwald, begrüßte die hohen Gäste! Weiters heißt es: „Eine Viertelstunde jenseits Biberwier, dem Fern zu, hatte eine große Menge Neugieriger zu beiden Seiten der Straße Platz gefasst. Die Kompanie der Schützen so zahlreich, wie sie noch nie gesehen, beinahe durchgängig die Denkmünze vom Jahre 1848 an der Brust, eine gut geübte Musikbande an der Spitze" - „Unter dem Knalle der als Böller verwendete Amboss wurde die grün-weiße Fahne enthüllt. Dann setzte sich der Zug in Bewegung, voran die Truppe der Jungschützen, dann die Musikbande usw." - „In fröhlicher Stimmung zog man zur geschmückten Schießstätte (alter Schießstand im Unterdorf). So lange man schwarz und weiß unterschied, wurde drauf los geschossen, indessen manche Kugel wurde vom „Grün" mehr angezogen. Die Musikanten, vom Fahnenpaten mit einem Trunke erfrischt, spielten ihre besten Stücke."
Im Jahre 1860 übernimmt die Musikkapelle wieder ein Lehrer, Organist und Mesner Adalbert Hosp, geboren 1837. Hosp führte die Kapelle bis 1898. Als im Jahre 1874 das erste große Geläut für die Pfarrkirche nach Ehrwald kam, wurden die neuen Glocken ebenfalls außerhalb von Biberwier von einer großen Menschenmenge feierlich eingeholt. Musik und Schützen waren ebenfalls mit ausgerückt.
Mit Ausnahme des ersten und zweiten Weltkrieges gab es im hiesigen Musikleben kaum eine größere Pause. Zur Jahrhundertwende kam es in Südafrika zu einem Krieg zwischen den Engländern als Kolonialmacht und den weißen Siedlern den „Buren". Bei unserer Kapelle kam es zu einem Streit. Die Musik spaltete sich in eine „Burenmusik" und „Engländer". Die Erstere hatten 16, die Engländer 23 Anhänger. Daraus ergibt sich, dass eine geeinte Kapelle 39 Mitglieder hatte. Im Jahre 1898 hatte der Ehrwalder Kaufmann Thomas Guem die Kapellmeister-Funktion übernommen. Guem führte nach der Spaltung die Engländer und Adalbert Hosp die Buren. Letztere gründeten einen Musikverein. 1903 brachte aber der Fasching wieder die Vereinigung der beiden. Die Engländer veranstalteten im Gasthof „Sonnenspitze" einen Musikantenball. Burenmitglieder standen vor der Tür. Die Engländer forderten sie auf, doch mitzutanzen! Unter großer Fröhlichkeit kam wieder die Vereinigung der getrennten Kapellen zustande und man einigte sich auf den Vereinsnamen: „Bürgermusikkapelle Ehrwald". Ihr erster Obmann war Adalbert Schennach, genannt „Großer Wegmacher". Die Kapelle nahm einen großen Aufschwung. Vom Jahr 1903 an wurden mit Unterbrechung im ersten und zweiten Weltkrieg Sitzungsprotokolle angelegt, welche die Grundlage für die Fortsetzung der hier verfassten Chronik bilden. Es wurde beschlossen, dass der Musikverein beim Ableben eines aktiven Musikanten eine Hl. Messe zu bezahlen hat und dass die Vereinsmitglieder verpflichtet sind, dem toten Musikkollegen beim Begräbnis die letzte Ehre zu erweisen. 1905 erhielt unsere Musik eine einheitliche Kleidung, welche sehr gut aussah. Diese wurde im Jahre 1913 von der heute noch getragenen Tracht abgelöst. Bis zu diesem Jahr wechselten als Obmänner Oberlehrer Albuin Zotz und der Gastwirt Adalbert Bader ab. Dann wird Josef Köck neuer Obmann. Altkapellmeister Thomas Guem wird zum Ehrenmitglied ernannt. 1914 begann der erste Weltkrieg. Die meisten aktiven Mitglieder mussten in das Feld ziehen. Aber trotzdem wurden junge Kräfte ausgebildet, sodass zu Ende des Krieges 1918 wieder eine Musikkapelle zusammengestellt werden konnte. Bis 1922, mit kurzer Unterbrechung, war Thomas Guem Kapellmeister. Nach seinem Tode im gleichen Jahr übernimmt sein Sohn, ebenfalls ein Thomas Guem, den Taktstock, welchen er 1926 an Oberlehrer Josef Kofler übergab.
Schon im ersten Weltkrieg mussten die Kirchenglocken abgenommen werden. So war es eine Freudenfest für das ganze Dorf, als 1923 mit der Glockenweihe am 7. Oktober Ehrwald ein neues Geläut erhielt.
Am 1. Juli 1924 spielt unsere Kapelle den Trauermarsch für den allzu früh verstorbenen und eifrigen Musikanten Josef Somweber, vulgo Knoll Hänsli.
Wie alljährlich rückt die Musikkapelle zu den Prozessionen aus und empfing am 1. Juli 1925 S. Exz. Weihbischof Dr. Waitz, welcher zu Firmung nach Ehrwald gekommen war. Eine halbe Stunde vor dem Einzug in die Kirche entwurzelte ein gewaltiger Sturm die 165 Jahre alte Linde vor dem Widum und warf den mächtigen Stamm mit seiner riesigen Krone gegen den Friedhofseingang. Es musste daher eine Gasse zum Kircheneingang geschlagen werden.
Die erste Musikvereinsfahne wird 1926 geweiht. Die weiß-rote Fahne stellt auf der Vorderseite im weißen Feld den Tiroler Adler dar, auf der Rückseite die Hl. Cäcilia als Namenspatronin der Musik. In die Fahnenstange, welche aus dem Holz der gestürzten Linde besteht, sind die Jahreszahlen 1760 - 1925 eingekerbt. 1760 ist nachweislich diese Linde gepflanzt worden. Die Fahne trägt auch ein Farbenband mit U.S.A.-Sternenbanner. Es wurde von Verwandten des Ehrwalder Tobias Wilhelm gestiftet, der mit seiner berühmten Sängergruppe die ganze Welt bereiste.
Am 2. September 1928 wird das schöne Kriegerdenkmal, eine trauernde Mutter von Franz Kranewitter aus Nassereith, geweiht. Der neue Schießstand wird im Tal der Bestimmung übergeben und unsere Musik ist dabei immer maßgeblich beteiligt.
Im gleichen Jahr wird Wilhelm Guem (Metzgermeister) zum Obmann gewählt und Robert Plattner wird Kapellmeister, der auch durch Jahre Obmann des Außerferner Musikbundes war. Am 29. September 1929 verunglückte Wilhelm Guem tödlich. Das war ein großer Verlust für die Kapelle. Das selbe Schicksal ereilte auch seinen Sohn Willi Guem, welcher nach 1945 für den Neuaufbau der Musikkapelle Ehrwald Dankenswertes geleistet hatte.
Viel berichten von 1929 bis 1933 die Schriftführer Erwin Guem und Eugen Posch in ihren Protokollen. „Der Musikverein entfaltete eine sehr große Tätigkeit, was ein Aufblühen des Vereins darstellt." Unter Kapellmeister Robert Plattner werden in diesen Jahren in den Wintermonaten wöchentlich zwei Proben und im Sommer eine Probe durchgeführt. Viele neue Musikstücke werden aufgelegt. Die Kapelle macht Ausflüge und Kameradschaftspflege wird groß geschrieben. Im Jahresdurchschnitt gibt es 40 Ausrückungen. Bei den traditionellen kirchlichen Anlässen ist man dabei, Nachbarkapellen werden bei ihren Festlichkeiten besucht. Bürgermeister Josef Köck wird zum Ehrenmitglied ernannt. Ein Schützenfest wird musikalisch umrahmt. Christbaumfeiern werden durchgeführt. Immer wieder kommen Gästegruppen aus Berlin, welche mit Marschmusik empfangen werden. Am 26. Juli 1930 erinnert man sich an den Schriftsteller und Jagdherrn Ludwig Ganghofer und bringt an seinem ehemaligen Wohnsitz, am Kirchplatz Nr. 12, am „Leitner-Haus", eine Gedenktafel an. Verdiente Vereinsmitglieder werden geehrt. Die Gemeinde unterstützt die Musik mit Geldzuwendungen. Viele Gastkonzerte finden statt. Der Fremdenverkehrsverband hilft ebenfalls in finanzieller Hinsicht. Das Vereinsjahr 1931 steht im Zeichen des am 19. Juli durchgeführten Bundes-Musikfestes. 12 Musikkapellen spielen bei der Feldmesse am Martinsplatz einen Gesamtchor. Ein farbenprächtiger Festzug zieht durch den Ort.
Am 19. März 1935 wird dem langjährigen Pfarrer, späteren Dekan von Telfs, Andreas Raggl, die Ehrenmitgliedschaft zuerkannt.
Die politischen Kriegsjahre von 1936 an wirken sich auch sehr nachteilig auf die Vereinstätigkeit aus. Es kommt nur zu den üblichen Ausrückungen bei den drei Prozessionen und der Florianifeier unserer Feuerwehr. Kapellmeister war in diesen schwierigen Jahren Andreas Bader. Am 12. Juli 1936 rückte die Musik bei der Primizfeier des Ehrwalder Neupriesters Alois Schennach aus. Von diesem Jahr an liegen keine Aufzeichnungen über Tätigkeiten der Musik vor. Am 13. März 1938 erfolgte der gewaltsame Anschluss Österreichs an das nationalsozialistische Deutschland. Alle kirchlichen Ausrückungen werden untersagt. Von 1938 bis 1941 wurde als Kapellmeister Peter Hornof bestellt. Dann erlischt das Vereinsleben fast völlig.
„1943 musste die Kapelle aufgeben, da die jungen Leute alle im Krieg waren. Die Instrumente wurden von der NS-Parteileitung eingesammelt und in einem kleinen Zimmer im Schulhaus abgestellt. Viele dieser Instrumente wurden für den Volkssturm nach Südtirol gebracht, von wo sie nicht mehr heimkehrten. Die restlichen Instrumente wurden im stets offenen Zimmer für Spiele der Kinder verwendet. Ich bin 1943 eingerückt und habe das Flügelhorn meines Vaters bestens präpariert und sorgfältig versteckt. Bei der Sammelaktion hat es meine Mutter verleugnet. Mein Freund Ferdl Kerber machte mit seinem Baßflügelhorn dasselbe." - So Altmusikant, langjähriger Schriftführer und Obmann Ing. Max Schennach, dem ich hier für wichtige Hinweise aus den ersten Nachkriegsjahren danke. Zu Weihnachten 1945 spielten Max Schennach und Ferdl Kerber nach Ihrer Rückkehr aus der Gefangenschaft zum ersten Mal wieder nach der Christmette das Lied „Stille Nacht - Heilige Nacht" vom Kirchturm. Beide setzten sich mit dem Musikkameraden Willi Guem zusammen und unternahmen alles, um die Musikkapelle wieder spielfähig zu machen. Max Schennach teilte mir mit: „Alles wurde sortiert, die Instrumente mit kleineren Fehlern repariert und der Rest nach Innsbruck zur Generalüberholung gebracht. Um rasch wieder zu den Instrumenten zu gelangen, haben wir Kartoffeln gesammelt, Butter und Speck beschafft und durch Schwarzschlachtungen die nötigen Felle für die Trommeln zu erhalten. So war es möglich, bereits im Februar 1946 dank der Bereitschaft von Robert Plattner die Kapellmeisterstelle zu besetzen. Dem Entgegenkommen von Musikkameraden Hermann Steger, ein langjähriger begeisterter Musikant, war es zu danken, dass er in seinem Haus ein Lokal zur Verfügung stellte und man die ersten Proben abhalten konnte. Ähnliche Probleme gab es beim Einsammeln von Trachten."
Von 1946 an liegen nun regelmäßige Protokolle und vor allem Jahrestätigkeitsberichte vor. Der erste Vereinsausschuss bestand aus: Obmann Ferdinand Kerber, Kapellmeister Robert Plattner, Schriftführer Max Schennach, Kassier Konrad Kerber, Zeugwart Heinrich Klotz, Notenwart Ignaz Guem. Das erste Ausrücken 1946 erfolgte am Ostermontag anlässlich einer Südtirol-Feier. Bei der Bevölkerung gab es große Begeisterung!
Auch zu Fronleichnam gab es wieder die erste Teilnahme, am Kirchweihtag wurde im Hotel „Sonnenspitze" konzertiert und zum Tanz spielten die „7 Loisachtaler" auf. Mit dem Weihnachtslied auf dem Kirchturm schließt das Jahr 1946.
1947: Nach der Berufung von Pfarrer Andreas Raggl nach Telfs wird der Pfarrereinstand von HH. Alois Haueis, welcher schon als Kooperator hier wirkte, feierlich begangen.
Im Sommer veranstaltet der Ehrwalder Trachtenverein ein Volksfest am Martinsplatz, bei welchem die Musikkapelle ein großes Konzert gab.
Am 19. Oktober wurde anlässlich der Rückkehr Osttirols unsere Kapelle als beste Musik Außerfern´s nach Lienz geschickt.
Zur Begrüßung englischer Urlaubsgäste musste die Musik des öfteren ausrücken.
Wenn Ehrwalder Soldaten aus russischer oder jugoslawischer Kriegsgefangenschaft oder aus anderen Ländern heimkehrten, wurden sie am Bahnhof mit Marschmusik empfangen. Da gab es viele Freudentränen. Als wintersportbegeistertes Ehrwald ließ es sich die Musik nicht nehmen, anlässlich der österr. Jugendskimeisterschaften den heimkehrenden Sieger in der Kombination Paul Kerber, am Bahnhof zu begrüßen.
Am Seelen-Sonntag fand wieder alljährlich die Heldengedenkfeier vor dem Kriegerdenkmal statt. Und ebenso ist es Tradition geworden, am Heiligen Abend Weihnachtslieder vom Kirchturm zu spielen.
1948: Bei der JHV (=Jahreshauptversammlung) wird Ferdinand Kerber für 49jähriges Wirken bei der Kapelle zum Ehrenobmann gewählt und Josef Kerber zum neuen Obmann bestellt. Die Musik hatte 94 Proben abgehalten und ist 40 Mal ausgerückt. Das Jahr 1948 hatte im Vereinsleben 2 Höhepunkte. Nachdem im zweiten Weltkrieg auch in Ehrwald die Kirchenglocken zum größten Teil wieder abgenommen wurden, musste unter größtem Opfer der Bevölkerung ein neues Geläute angeschafft werden. Die Glockenweihe fand am 13. Juli statt. Um 13 Uhr bewegte sich der Festzug durch den festlich geschmückten Ort. Besonders die Dorfbrunnen wurden zu wahren Kunstwerken gestaltet. Auch die Musikkapellen aus Lermoos, Lähn und Bichlbach waren als Gastkapellen erschienen. Am 18. Juli beging unsere Kapelle ihr 140jähriges Gründungsjubiläum. Leider war dieses Fest in seinem ersten Teil von schlechtem Wetter beeinflusst. Trotzdem kamen 9 Musikkapellen, welche am Nachmittag am Martinsplatz in zwei provisorisch errichteten Musikpavillons abwechselnd konzertierten. Wieder war das Dorf reichlich geschmückt und an den Ortseingängen Begrüßungsbögen errichtet.
Der Reinerlös dieses Festes wurde zur Neuanschaffung von Instrumenten verwendet. Im Dezember wirkte die Kapelle bei der Eröffnung des ersten Skiliftes am Sonnenhang mit. Auch bekam in diesem Monat die Musik ihr eigenes Probelokal unterhalb des 1902 erbauten Schulhauses, wo heute das Mehrzweckgebäude steht. Dieses Lokal ist dank der Initiative von Obmann Josef Kerber ermöglicht worden.
1949: Um die Vereinskasse aufzufüllen, wurde heuer und in den vier folgenden Jahren am 1. Jänner vor dem Hause prominenter Bürger der Neujahrsgruß musikalisch dargeboten. Kassier Konrad Kerber freute sich über die beachtlichen Geldspenden! Am 3. Jänner wurde der englische General, Sir Robertson, am Bahnhof mit Musik empfangen und ihm zu Ehren ein Tiroler Abend im Hotel „Sonnenspitze" veranstaltet.
In „umgekehrter Marschordnung in Weibertracht führte die Musik den ersten Maskenzug nach dem Kriege an"
Es gab Besuche von Trachtenfesten im benachbarten Bayern.
Eine bedeutende Veranstaltung war am 6. August das Bundestrachtenfest. Aus ganz Tirol, Südtirol und Bayern waren Trachtengruppen und mehrere Musikkapellen erschienen. Tausende Besucher erfreuten sich an den volkstümlichen Darbietungen. Unsere Kapelle hatte an der Gestaltung des gelungenen Festes wesentlichen Anteil. Auch gab es im August den ersten Vereinsausflug nach dem Kriege. Die Fahrt ging an den Bodensee.
Am 11. Dezember wurde das langjährige und verdiente Mitglied Josef Schennach (kleiner Wegmacher) zur letzten Ruhe geleitet. Er war Inhaber der Goldenen Ehrenmedaille des Tiroler Blasmusikverbandes.
1950: Wie in jedem Verein gab es in diesem Jahr bei der Kapelle eine Krise. Der langjährige Kapellmeister Robert Plattner legte seine Funktion nieder und Alois Kerber (Heiligen-Luis) wird Stabführer. Zum Obmann wird wieder Josef Kerber gewählt, die Schriftführung übernimmt Alois Somweber. Kassier bleibt Konrad Kerber, ebenso Zeugwart Heinrich Klotz. Die üblichen Ausrückungen bei kirchlichen Anlässen werden durchgeführt, es gibt ein Ständchen beim langjährigen Sprengelarzt Dr. Moresche und Bürgermeister Eduard Somweber.
Anlässlich der Cäcilienfeier spielt die Musik beim Gottesdienst „Die Schubert-Messe" und im Gasthof „Grüner Baum" findet der Tag den festlichen Abschluss.
1951: Am 10. Jänner gibt es zum 100. Geburtstag des alten „Heiligen-Wirtes" Josef Hohenegg ein Ständchen. Der zufällig in Ehrwald anwesende damalige Bundeskanzler Ing. Figl, gratuliert mit Bezirkshauptmann Hofrat Dr. Attmayr, übergeben dem begeisterten Pfeifenraucher eine wertvolle Pfeife und eine große Menge dazugehörigen Tabak. Darauf der Hundertjährige: „Da hab ich meiner Lebtag gnua!"
Am 23. Jänner rückt der Verein für den Musikkameraden Alois Walch aus, der im Sprunglauf die österr. Jugendskimeisterschaft gewonnen hatte.
Am 4. August waren zum 50jährigen Bestehen der Coburger Hütte viele Gäste aus Coburg anwesend.
Bei der JHV am 16. Dezember im Gasthof „Grüner Baum" legen Obmann Josef Kerber, Kpm. Alois Kerber und Schriftführer Alois Somweber ihre Funktionen zurück. Ferdinand Kerber wird wieder Obmann und Max Schennach zum Schriftführer bestellt.
1952: Die Sektion Coburg des DAV hatte am 16. Februar die Musik anlässlich ihres Alpenvereinsballes nach Coburg eingeladen. Als Ersatz für Kpm. Plattner sprang Georg Schmidtner ein. Er hatte die Fahrt vorbildlich organisiert. Mit von der Partie war auch der Trachtenverein Ehrwald. Es gab einen großen Empfang. Im Hofbräusaal wurde an zwei Abenden vor fast 1000 begeisterten Zuhörern musiziert und „geplattelt". Schriftführer Max Schennach hat den Coburger Besuch im Protokoll ausführlich geschildert und schrieb zum Schluss: „Es war einmalig!"
Am 10. Jänner wurde dem 101jährigen Heiligen-Wirt letztmalig zum Geburtstag ein Ständchen gebracht. Dieses Vereinsjahr wurde wieder ein voller Erfolg für die Musikkapelle.
1953: Bei der JHV am 7. März übernimmt Max Schennach die Obmannstelle. In diesem Jahr wurden die Engländer, die nach dem Kriege, in der Hauptsache Soldaten der englischen Rheinarmee waren, von der Musikkapelle für immer verabschiedet. Sie blieben unvergessen, weil sie in Ehrwald in mehreren Quartieren untergebracht, die Familien mit Lebensmitteln unterstützten. Auch soll vermerkt werden, dass wegen ihrer großen Militärfahrzeuge die alte Loisachbrücke am ÖBB-Viadukt neu erbaut wurde. Am 4. Juli machte unsere Kapelle anlässlich des 115jährigen Gründungsfestes der Musikkapelle Weil der Stadt bei Stuttgart einen Freundschaftsbesuch. Der Trachtenverein war mit eingeladen und beide Vereine wurden „begeistert bejubelt" schreibt Schriftführer Josef Spielmann.
1954: Dieses Jahr ist wieder gekennzeichnet durch einen Kapellmeisterwechsel. Aus gesundheitlichen Gründen war Robert Plattner außerstande die Kapelle weiterzuführen. Er wurde bei der JHV zum Ehrenkapellmeister gewählt. Diese Stelle bekleidet nunmehr der ehemalige Militärkapellmeister Georg Schmidtner. Mit 80 Mann und den Frauen der Musikkapelle und des Trachtenvereines war man wieder nach Coburg zum 75jährigen Gründungsfestes der Sektion Coburg eingeladen. Der dortige Bürgermeister Dr. Langer betonte die enge Verbundenheit zwischen Ehrwald und Coburg. Es gab wieder eine große Begeisterung im Hofbräusaal bei unseren Aufführungen und Jubel auf den Straßen. Bei dieser Gelegenheit wurde dem Trachtenverein Ehrwald eine neue wertvolle Fahne gespendet.
Am 4. Juli wird „Töti" Josef Guem 90 Jahre alt und 50 Jahre Mitglied des Vereins mit allen musikalischen Ehren zu Grabe getragen.
Der weltberühmte österreichische Dirigent Clemens Krauss hatte Ehrwald für seinen Lebensabend gewählt. Er starb in Mexiko-City anlässlich eines Konzertes. Am 12. Juli wurde Prof. Krauss mit großen Ehren beigesetzt. Neun Musikkameraden trugen den Sarg zur Gruft am hiesigen Friedhof.
Am 1. August fand das große Landestrachtenfest statt. Unsere Kapelle war an allen Festtagen mit im Einsatz. Viele Trachtengruppen waren zu Gast und tausende Zuschauer waren von den Darbietungen begeistert.
Bei Schneetreiben wurden am 5. Dezember im Beisein unserer Kapelle das neue Hauptschulgebäude eingeweiht. Damals musste jeder Haushalt noch eine freiwillige Schicht leisten!
Im Protokoll vermerkt Josef Spielmann „Möge der gute Geist und der Zusammenhalt in der Kapelle so bleiben, damit die Ehrwalder Musik dem Ansehen jederzeit gerecht wird!"
1955: Bei der JHV übernimmt Robert Plattner die Schriftführerstelle.
Auch ist geplant eine Neuinstrumentierung der Musikkapelle, welche mit großem Kostenaufwand im folgenden Jahr durchgeführt wurde.
Im Vorjahr gab es 70 Gesamt- und 20 kleinere Proben.
Bei der Hochzeit unseres Obmanns, Ing. Max Schennach, war die Musik mit ausgerückt und ein Festabend für das Hochzeitspaar gestaltet.
Am 25. Mai beerdigten wir unseren Fähnrich Andrä Leitner, und den ehemaligen Obmann Erwin Guem.
Insgesamt gab es 40 Ausrückungen.
1956: Am 3. März wird die Hoteliersgattin Frieda Leitner zu Grabe getragen. Zeitlebens, auch zeitweise im Musikausschuss, war sie immer der Musikkapelle hilfreich zugetan.
Anlässlich der Firmung wird am 17. Mai dem Bischof DDR. Peter-Paul Rusch ein Ständchen gebracht.
Der Ausflug führte heuer über den Achensee, Tegernsee nach Penzberg.
Unser Musikkamerad Luis Walch heiratet am 10. Juli und wir feierten mit dem jungen Paar.
Am 5. Oktober wird unser hochverehrter Pfarrer Alois Haueis im Hotel „Sonnenspitze" verabschiedet. Die Musik war mit eingeladen und bildete den musikalischen Rahmen. Haueis wird Pfarrer in Ötz.
Dr. Erwin Moresche und Altbürgermeister Josef Köck werden am 10. November zu Ehrenbürgern ernannt.
Am 1. Dezember wird der neue Pfarrer HH. Hermann Lugger mit Musik feierlich eingeholt.
1957: Anfangs Februar finden in Ehrwald die österreichischen Jugendskimeisterschaften statt, bei welchem die Musik mitwirkt.
Zum Tag der Blasmusik in Bayern fährt der Verein nach Penzberg.
Am 1. Juli ist anlässlich eines Platzkonzertes für unseren Gönner und Förderer, Herr Ing. Gayler, die Musikkapelle in Reutlingen.
Altbürgermeister und Ehrenmitglied, einst Obmann der Vereins, Josef Köck, wird am 7. Oktober musikalisch das letzte Geleit gegeben.
1958: Zu Beginn dieses Jahres übernimmt Martin Hohenegg die mühevolle Funktion des Schriftführers, welche er 18 Jahre bis 1977 mit großer Sorgfalt ausübt.
Am 14. und 15. August feiert unser Verein sein 150jähriges Bestehen. Bergfeuer, Fackelzug, mehrere Musikkapellen und Festzug wurden gemeinsam mit dem Trachtenverein gestaltet.
Durch das Abtreten des erfolgreichen und zum Ehrenkapellmeister ernannten Georg Schmidtner war die Musik führerlos geworden. Die Gemeinde wurde zu Hilfe gerufen. Bgm. Eduard Somweber setzte sich ein. Es gab über die Besetzung der Funktion mehrere Verhandlungen.
1959: Am 21. Februar übernimmt der Hauptschullehrer Hannes Klement die Kapellmeisterstelle. Nun finden wieder regelmäßig Proben und alle gewohnten kirchlichen und weltlichen Ausrückungen statt. Klement bewährte sich gleich vorzüglich, sodass beim Bezirksmusikfest in Penzberg unser Verein bei Wettbewerben der erste Rang (einer mit Auszeichnung) zuerkannt wurde.
Mitte August findet ein großes Sommerfest am Martinsplatz statt.
Beim Tiroler Gedenkfest für Andreas Hofer in Innsbruck am 13. September ist die Musik mit ausgerückt.
1960: Am 7. April wird unser langjähriger Kapellmeister, Ehrenkapellmeister Robert Plattner, zur letzten Ruhe geleitet.
Das 11. Außerferner Bundesmusikfest findet am 18. Juli in Ehrwald statt. 25 Musikkapellen aus dem Bezirk waren anwesend. . Es hatte unser Obmann, Ing. Max Schennach, bestens organisiert und brachte auch einen schönen finanziellen Erfolg. Zum 50. Hochzeitstag wird Altbürgermeister und langjähriges Mitglied unserer Kapelle, Andrä Bader, ein Ständchen gebracht.
Es gab 46 Proben und 32 Ausrückungen.
1961: Neben den gewohnten Auftritten im Dorf bei allen kirchlichen Anlässen und sonstigen Veranstaltungen ist der Erfolg der Kapelle anlässlich des 1. Bundesmusikfestes „Werdenfels" in Farchant besonders zu vermerken. Im Konzert, wie im Marschmusikwettbewerb errang die Kapelle unter der Stabführung von Hannes Klement zwei erste Ränge mit Auszeichnung.
1962: Im April wird dem neu gewählten Bürgermeister Josef Kerber (Schneider-Josef) ein Ständchen gebracht.
Im Kinosaal findet das Frühjahrskonzert statt.
Am 23. Juni wird unter Mitwirkung der Kapelle die Gondelbahn auf die Ehrwalder Alm eingeweiht und in Betrieb genommen.
Anlässlich eines Lichterfestes „Blühendes Barock" in Ludwigsburg sind der Trachtenverein und die Musikkapelle mit eingeladen.
Am 19. September werden allzu früh verstorbenen Musikanten Hermann Steger die letzten Ehren zuteil.
Konrad Kerber wird für 50jährige Mitgliedschaft geehrt.
1963: Am 30. März wird Eduard Somweber, langjähriger Bürgermeister und Ehrenbürger der Gemeinde, zur letzten Ruhe bestattet. Er war wegen seines loyalen Verhaltens der Bevölkerung gegenüber in der NS-Zeit von 1938 bis 1945 bald wieder zum Gemeindeoberhaupt gewählt worden.
Am Martinsplatz war aus Anlass der 150jährigen Jubiläumsfeier von vielen freiwilligen Helfern ein provisorischer Musikpavillon errichtet worden, in welchem den ganzen Sommer hindurch Platzkonzerte stattfanden.
Im August wurde auf der Kunsteisbahn im Tal, im Vorjahr erstellt, die erste Ehrwalder Festwoche veranstaltet, welche in den folgenden Jahren Tradition geworden ist und den Einheimischen und Gästen in der Sommersaison viel Unterhaltung bietet. Initiator dieser Festwochen war Bürgermeister Josef Kerber.
In Peißenberg in Oberbayern erhielt unsere Musik abermals bei Wettbewerben zweimal den ersten Rang mit Auszeichnung.
1964: Bei der vergangenen JHV wurde in der Kapelle der Ruf nach einem Musikpavillon immer lauter.
Nach 11jähriger erfolgreicher Tätigkeit legte Ing. Max Schennach die Obmannstelle zurück. Gewählt wurde der Briefträger Anton Petz. Ein Musik-Ehrenzeichen für besonders verdiente Mitglieder wird eingeführt. Als erste erhielten die Auszeichnung Ehrenkapellmeister Schmidtner und Kassier Konrad Kerber.
Erwähnt muss werden, dass die Tanzkapelle, die „Loisachtaler" das ganze Jahr über bei verschiedenen Anlässen „aufspielen". Der musikalische Leiter ist Musikkamerad Alois Walch.
Zur Kameradschaftspflege ist auch heuer wieder ein Ausflug vorgesehen. Er führt über die Silvretta-Hochalpenstraße.
Am 4. Dezember nimmt nach Berufswechsel Hannes Klement Abschied als erfolgreicher Kapellmeister.
1965: Die Musikkapelle besteht aus 47 aktiven Mitgliedern, hat 40 Proben und 28 Ausrückungen hinter sich.
Als Kapellmeister wird Alfons Forster gewählt.
Alt-Schützenkommandant Josef Bader (Klee-Bauer) wird mit dem Lied „Guter Kamerad" die letzte Ehre zuteil.
Mit 222 Gutpunkten erzielt unsere Kapelle beim 16. Bundesmusikfest in Pflach den ersten Rang.
Am 15. August wird unter Mitwirkung der Musikkapelle das neue Feuerwehr-Gerätehaus geweiht.
1966: Adolf Föger wurde bei der JHV für seine neu angelegte Vereinschronik der Dank ausgesprochen und man wählt „Adi" zum neuen Kapellmeister.
Der langjährigen Marketenderin Christel Schennach geb. Zirknitzer wird am 29. April ein Hochzeitsständchen gebracht.
Der junge Kapellmeister Adi Föger leitet im Hotel „Maria-Regina" das Frühjahrskonzert mit überraschend gutem Erfolg.
Die Musik spielt in diesem Jahr für drei Altmusikanten den Trauermarsch. Es sind dies: Alois Somweber (Henne.Luis), Max Schennach (Lehrers Max) und Ludwig Bader (Thömesler-Ludwig).
Die 4. Ehrwalder Festwoche geht Ende Juli in Szene.
Die Kapelle umrahmt musikalisch die Enthüllung der Gedenktafel für Clemens Krauss am Haus „Kende".
Anlässlich einer Österreich-Werbewoche ist die Musik mit dem Trachtenverein im Oktober 10 Tage in Hamburg.
Zur Beerdigung am 26. Oktober für Josef Bader (Hutler-Seppl) rückt eine Abordnung aus. Für den verstorbenen Altbürgermeister und Ehrenbürger Andrä Bader, langjähriges Vereinsmitglied, gab die Musikkapelle das Ehrengeleit.
„Genau 100 mal waren die Mitglieder zum Musizieren in diesem Jahr beisammen", schreibt Schriftführer Martin Hohenegg. „Hinter diesen Zahlen steht die Opferbereitschaft aller Mitglieder. Doch wir erlebten auch viele schöne Stunden in Gemütlichkeit und Kameradschaft!"
1967: Bei der letzten JHV wurde Ing. Max Schennach wieder zum Obmann gewählt.
Am 17. April wählt der Gemeinderat Karl Schennach zum Bürgermeister. Vor dem Gemeindeamt gab die Musikkapelle ein Ständchen.
Ein bedeutungsvoller Tag für unsere Musik ist am 7. Juli die Weihe des Musikpavillons. Errichtet zwischen Kirche und Widum und wurde gleich mit einem Konzert eröffnet. An diesem Tag fand auch der 5. Tiroler Landes-Feuerwehr-Leistungswettbewerb in Ehrwald statt.
Mit Kapellmeister Föger wurde beim Bundesmusikfest in Elbigenalp bei den Musikwettbewerben ein erster Rang mit Auszeichnung erworben.
Im August war die Musikkapelle anlässlich eines internationalen Trachtenfestes in Nancy in Frankreich.
1968: Bürgermeister Karl Schennach dankte bei der JHV der Musikkapelle für ihren Einsatz und Idealismus und versprach die Unterstützung der Gemeinde auch weiterhin.
In Bichlbach gab es wieder einen ersten Rang mit Auszeichnung.
Am 1. September wurde im Rahmen einer Feldmesse die neu errichtete „Ehrwalder Alm" eingeweiht. Die Musik spielt die „Deutsche Messe"
Am 15. September war die Weihe und Eröffnung des neuen Raiffeisengebäudes. Die Musik war mit eingeladen.
Der Ausflug ging in das Württembergische Weinland. Es gab einen schönen Sommer, sodass die Musik in diesem Jahr 14mal zu Platzkonzerten ausrückte.
1969: Wie üblich wurden von der Musik auch heuer wieder die Erstkommunionkanten zur und von der Kirche begleitet.
In Weißenbach gab es wieder einen ersten Rang mit Auszeichnung. Kein Wunder bei diesem Fleiß mit 52 Proben!
Gemeinsam mit dem Veteranen-Verein Sindeldorf in OB- und mit der Musikkapelle „Glück-Auf" aus Penzberg wurde dort die Heldenehrung durchgeführt, verbunden mit einem Kameradschaftsabend.
Der Ausflug ging nach Mayrhofen im Zillertal.
Am 14. Oktober wurde der verdiente Ehrenobmann Ferdinand Kerber mit Musik zu Grabe getragen.
Am 19. Oktober fand die Weihe des neuen Volksschulgebäudes statt.
Mit den Frauen wurde eine Nikolaus- und Weihnachtsfeier im Gasthof „Stern" veranstaltet und mit dem Bläserkreis musikalisch umrahmt.
Am 14. Dezember wurde der Wettersteinlift der Firma Pfeifer Ges.m.b.H. aus Imst in Betrieb genommen. Er ist eine bedeutende Investition für den Skilauf in Ehrwald.
1970: Bei der JHV im Gasthaus „Hohenegg" gab Obmann Ing. Max Schennach einen Rückblick über die vergangenen 24 Vereinsjahre mit all den Nöten und Schwierigkeiten beim Aufbau der Musikkapelle nach dem 2. Weltkrieg. Heute ist die finanzielle Lage des Vereins dank Mithilfe der Gemeinde, des FVV und der Bevölkerung gesichert. Nur Sorge macht der der Nachwuchs an Jungmusikanten!
Nach 14jähriger erfolgreicher Tätigkeit tritt Max Schennach als Obmann zurück und der Tischlermeister Alois Posch wird zum neuen Vorstand gewählt.
Gleich zu Jahresbeginn rückt die Kapelle zur ersten Jungbürger-Feier aus.
Abschied aus Ehrwald nahm Pfarrer Hermann Lugger. Er war 13 Jahre Seelsorger. Am 6 September war die Einstandsfeier für den neuen Pfarrer Franz Langhans.
Die Musik machte heuer einen Ausflug nach Südtirol.
Es gab 50 Proben, 45 Ausrückungen, davon 18 Platzkonzerte.
1971: In der JHV stellt Kpm. Adi Föger fest, dass während seiner nunmehr 6jährigen Tätigkeit 100 neue Stücke eingelernt wurden. In diesem Jahr wollen Adolf Föger, VS-Direktor Hermann Falger und Karl Fasser diese nicht einfache Aufgabe übernehmen, die Jugend für die Blasmusik im Dorf zu unterrichten und auszubilden.
Beim 22. Bundesmusikfest in Steeg errang die Musik wieder einen 1. Rang mit Auszeichnung. Ein besonderer Höhepunkt bei dieser Veranstaltung war die Ehrung unseres Kassiers Konrad Kerber. Er ist 60 Jahre aktives Mitglied unseres Vereins.
Am 15. August nahm hier beim Bezirkstrachtenfest Oberland mit Außerfern 26 Vereine teil. Unsere Kapelle musste mehrmals ausrücken.
Nach der Florianifeier der FF Ehrwald wurde die Ehrung unseres verdienten Konrad Kerber im Rahmen unseres Vereins vorgenommen.
Heuer ging der Ausflug mit Frauen und Bräuten wieder nach Südtirol.
1972: Im Februar gab es eine Aufnahme für die ORF-Reihe „Mikrofon im Dorf". Die Musik spielte einige Stücke.
Dem am 21. März verstorbenen, verdienten Gemeinderat Otto Wilhelm (Zuntl) wird ein Trauerchoral am Grabe gespielt.
Am 6. August gibt es ein Hochzeitsständchen für unser bewährtes Mitglied Karl Fasse.
Das 23. Außerferner Bundesmusikfest findet in Stockach statt, unsere Kapelle ist ebenfalls dabei.
Der Ausflug geht nach Osttirol, die Rückfahrt erfolgt über den Großglockner.
Wir mussten Abschied nehmen von unserem ehemaligen Schriftführer Eugen Posch (Hageler).
Musikkamerad Helmut Hohenegg heiratet, wir brachten ihm ein Ständchen.
1973: Bei der JHV hob Kpm. Adi Föger hervor, dass die Musik gegenwärtig 26 Jungbläser in Ausbildung hat. Für diese Arbeit stellten sich seit 1971 Adi Föger, Karl Fasser und VS-Direktor Hermann Falger zur Verfügung.
Dank großzügiger Unterstützung von Gemeinde und FVV sowie privater Spender konnten Instrumente im Wert von S 100.000 angeschafft werden. Bei der Beschaffung der Geldmittel hat sich besonders Obmann Alois Posch bemüht. Der Höhepunkt im Vereinsleben dieses Jahres war am 12. August die Weihe der neuen Vereinsfahne, verbunden mit der 90-Jahrfeier der FF Ehrwald. Die wertvolle Fahne war von Volkswagen-Generaldirektor Horst Münzner gespendet worden. Seine Gattin Jutta Münzner war die Fahnenpatin.
Mit den Frauen ging heuer der Ausflug ins schöne Salzkammergut.
Am 27. Dezember ist Ehrenkapellmeister Georg Schmidtner mit musikalischen Ehren beigesetzt worden.
1974: Bei der JHV heben Obmann Posch und Kpm. Föger das gute kameradschaftliche Klima innerhalb der Kapelle hervor.
Fünf Jungmusikanten sind wieder eingegliedert worden.
Auf Einladung von Gen. Dir. Horst Münzner fährt am 18. Mai die Musik nach Wolfsburg. Sämtliche Kosten trug Herr Münzner. Es gab einen musikalischen Morgengruß bei unserer Fahnenpatin, Frau Jutta Münzner, und wir aßen in ihrem Garten dort zu Mittag. Auch besichtigte man das Volkswagen-Werk und fuhr zur Zonengrenze. Der Aufenthalt dort war ein einmaliges Erlebnis.
Im Mai 1974 wurde Thomas Schennach zum Bürgermeister gewählt und ihm zu Ehren ein Ständchen gebracht.
Der trotz Invalidität behinderte Musikkamerad Alfred Guem, ausgezeichnet mit dem Musik-Ehrenzeichen, war ein eifriger Ausbilder von Jungmusikanten. Anlässlich seines Ablebens wurde ihm am Grab das Lied „vom guten Kameraden" gespielt.
1975: Am 26. März war eine Abordnung der Musikkapelle bei der Beisatzung von Dekan Andreas Raggl in Telfs. Er war Ehrenbürger der Gemeinde Ehrwald und Ehrenmitglied unseres Musikvereins.
Am 10. August machte eine Musikabordnung den Aufstieg auf die Sonnenspitze, um die Weihe des neuen Gipfelkreuzes musikalisch zu gestalten.
Eine Dolomitenfahrt war der Ausflug in diesem Jahr.
Zeugwart Heinrich Klotz und Notenwart Rudolf Wallisch wurden für ihre langjährige vorbildliche Arbeit gelobt.
1976: In diesem Jahr waren die meisten Ausrückungen für das Dorf erfolgt. Das Hauptaugenmerk lag auf der Ausbildung von Jungmusikanten. Klaus Steger übernimmt von VS-Direktor Hermann Falger die Aufgabe der Holzbläserausbildung. 20 Jugendlichen stehen in dieser Ausbildung. Klarinettist Martin Petz erhielt im Leistungstest Bronze mit Auszeichnung.
Am 24. Jänner wurde der Hochbrand-Lift auf der Ehrwalder Alm eröffnet.
Kpm. Adi Föger erhielt das „Grüne Ehrenabzeichen" für 10jährige Tätigkeit als Stabführer, gestiftet vom Landesverband, überreicht.
Die Musik war mit ausgerückt bei der 75jährigen Bestandsfeier der Coburger Hütte.
Am 10. Oktober gestaltet die Musik die Weihe des Hallenbades. Zugleich feierte die Tiroler Zugspitzbahn ihr 50jähriges Bestehen.
1977: Bei der JHV löst als Schriftführer Karl Fasser den langjährigen Martin Hohenegg ab.
Mit Musik wird am 20. März das Schützenlokal beim Hallenbad geweiht. Beim Festgottesdienst wird zum ersten Mal die „Harmonie-Messe" von Thaler gespielt.
Am 24. Mai ist unser langjähriger Musikkamerad Ferdl Kerber von Musikanten zu Grabe getragen worden. Er war einer der Initiatoren beim Wiederaufbau unserer Ortsmusik im Jahre 1945.
Am 9. Juni rückt die Kapelle zum ersten Mal wieder mit der neu gegründeten Schützenkompanie unter Schützenhauptmann Walter Nickmann aus.
Mit fast 120 Mann ist die Musikkapelle im Marschblock mit den Kapellen aus Zwischentoren am 18. September beim Landes-Musikfest in Innsbruck. Erster Dirigent ist unser Kapellmeister Adi Föger.
Am 7. Oktober fährt die Musik im Rahmen einer Werbefahrt der Tiroler FV-Verbände nach Holland zum „Ski-Happ" in Den Haag. Wir wohnen im berühmten Nordseebad Scheveningen. 4 Tage müssen wir bei verschiedenen Veranstaltungen musizieren. Aus Ehrwald war auch Werbefachmann und Obmann des FVV , Hermann Oberreiter, mit dabei.
Am 16. Oktober wird das Arzthaus mit dem Rot-Kreuz-Rettungsheim eingeweiht.
Ebenso wird die neue Turnhalle der Bestimmung übergeben. In diesem Bau erhält die Musik ein geeignetes Probelokal.
1978: Viele Stunden werden für die Ausbildung von Jungmusikanten verwendet. Jugendreferent Karl Fasser berichtet vom großen Interesse der Jungen. 15 Burschen und 1 Mädchen stehen gegenwärtig in Ausbildung.
Am 4. Februar wird dem noch aktiven 80jährigen Musikkameraden Konrad Kerber ein Ständchen gebracht.
Ein großer Tag für Ehrwald ist der 17. Juni. Der Gemeinde wird ein Ortswappen verliehen. Die Schützenkompanie erhält eine neue Fahne. Oberschulrat, langjähriger Volks- und Hauptschuldirektor Otto Haudek wird die Ehre zuteil, Ehrenbürger der Gemeinde zu werden. Große Feierlichkeiten werden von unserer Musik umrahmt.
Viel Begeisterung löst unsere Kapelle anlässlich eines Schweiz-Besuches in Lohn aus.
Am 16. September geht die Fahrt mit Abordnungen der Feuerwehr und des Trachtenvereins nach Günzburg in Schwaben. Im Programm stand auch der Besuch des Behindertenheimes in Ursberg. Vom Konzert und den Darbietungen waren die Heiminsassen „tief beglückt"!
Die Musikkapelle hat gegenwärtig 49 aktive, 4 Marketenderinnen und den Fähnrich.
1979: Bei der JHV am 19. Jänner werden den langjährigen Mitgliedern Martin Hohenegg und Heinrich Klotz (31 Jahre Zeugwart) der Dank für ihre Treue und fleißige Mitarbeit und nimmermüden Musizierens der Dank ausgesprochen.
Bei der Jugendarbeit bilden Karl Fasser, Klaus Steger und Kpm. Adi Föger ein erfolgreiches Team.
Am 3. Februar wird der von der Firma Pfeifer Ges.m.b.H. aus Imst errichtete Gamskarlift, ebenso eine bedeutende Erweiterung des Ehrwalder „Skizirkus" geweiht und in Betrieb genommen.
Am 29. April wird gemeinsam mit der FW Penzberg und unserer Wehr unter Mitwirkung der Musik die Florianifeier begangen.
Am 5. August erlebt Ehrwald das große Regimentsschützenfest Oberland-Außerfern. Unsere Kapelle ist stark engagiert.
Am 20 Oktober wird der NATO-Fliegerhorst Leipheim mit Bürgermeister Thomas Schennach besucht.
Mit dem Trachtenverein Biberwier war es eine FV-Werbefahrt. Dem dortigen Bürgermeister wird eine Tiroler Fahne überreicht. Einem Behindertenheim wird ein musikalischer Gruß gebracht.
1980: Bei der JHV am 1. Dezember 1979 wird vom Obmann Alois Posch den Jugendausbildern Kpm. Adi Föger, Karl Fasser und Klaus Steger besonderer Dank für ihre Bemühungen gezollt. Auch mit Dank an die Musikkameraden für ihre Opferbereitschaft wird nicht gespart. Es gab für den Einzelnen viele Stunden zu opfern bei fast 100 Zusammenkünften.
Beschlossen wird, dass in Zukunft auch weibliche Personen in die Musik mit aufgenommen werden. Die erste weibliche Musikantin ist Maria-Luise Schennach. Aus dem Jahresbericht des Vorjahres geht hervor, dass im Gasthof „Stern" wieder die Weihnachtsfeier stattfand, bei welcher Konrad Kerber die Ehrenurkunde zur Mitgliedschaft überreicht wurde. Die anwesenden Frauen wurden beschenkt und Klaus Steger spielt mit seinen Klarinettenschülern und der Bläserkreis Weihnachtslieder unter dem strahlenden Christbaum.
Das erste große Ausrücken am 16. Februar 1980 erfolgt bei der Weihe der neuen Einseil-Umlaufbahn auf die Ehrwalder Alm.
Im April ging es zu einer Werbefahrt nach Belgien.
Im Juli wird das neu erbaute Tennisheim geweiht.
Anlässlich eines Platzkonzertes wird unser Gönner und Förderer Horst Münzner das vom Landesverband gestiftete „Förderer-Abzeichen" und das große Buch der Tiroler Blasmusikkapellen überreicht.
1981: Bei der JHV übergibt nach mehr als 60 Jahren als verdienstvoller Vereinskassier Konrad Kerber diesen verantwortungsvollen Posten. Man bedenke, dass im Verein jährlich an die S 200.000 zu verantworten sind.
Der langjährige Schlagzeuger (45 Jahre) Ignaz Guem legt seine Funktion in jüngere Hände. Er hat in verlässlichster Weise den „Rhythmus" bei der Musik geschlagen und hilft weiterhin aus.
Im Jänner sorgt die Kapelle beim 1. Int. FIS-Riesentorlauf am Wettersteinlift für den musikalischen Rahmen.
Der Vereinsausflug führt zur Insel Mainau am Bodensee.
Am 12. August wird unser Musikkamerad, Extrembergsteiger Arnold Larcher, zur letzten Ruhe geleitet. Im September findet die Weihe des neu eröffneten Fußballplatzes statt.
Am 29. Oktober wird dem großen Gönner und Förderer unserer Musik, Alfred Linzgieseder, mit Teilnahme des Bläserchors die letzte Ruhe zuteil.
An der Weihnachtsfeier, wieder im Gasthof „Stern", nimmt Bundesobmann Matthias Weirather mit Gattin teil. Als bescheidene Entschädigung für alle Opfer, die sie für die Musik bringen, wird allen anwesenden Frauen ein Geschenk überreicht. Die Musikkapelle beteiligt sich mit der Klarinettengruppe und Bläserkreis am Adventsingen in der Pfarrkirche. Auch spielt, wie schon seit vielen Jahren, der Bläserkreis vor der Heiligen Mette weihnachtliche Lieder und das „Stille Nacht" am Balkon des Hotel „Sonnenspitze".
1982: Beim „Hoarner-Rennen" im Februar von der Ehrwalder Alm wird teilgenommen.
Anlässlich der Florianifeier, zu welcher wir stets eingeladen sind, wird ein neues Rettungsfahrzeug geweiht. Auch gab es eine Blutspende-Aktion, bei welcher sich unsere Musikanten sehr zahlreich beteiligten.
Beim Muttertags- und Frühjahrskonzert wird erstmals im Probelokal musiziert und anschließend gibt es für alle Mütter und Frauen unserer Vereinsmitglieder im Gasthof „Stern" eine Kaffeejause.
Vroni Lödl wird für 10jährige Mitarbeit als Marketenderin mit einem Geschenkkorb geehrt.
Ein Ausflug führte nach Hallein und dort wird das alte Salzbergwerk besucht.
Am 8. August ist man beim Schützenregimentsfest in Reutte.
Anlässlich der 75 Jahrfeier des Ski-Club 1907 Ehrwald spielt der Bläserchor bei der Kranzniederlegung.
1983: Bei der JHV übergibt der langjährige Schriftführer Karl Fasser, welcher sich im Vereinsleben stets rührig gezeigt hat und dem großer Dank gebührt - er ist auch ein geübter Ansager bei den Konzerten und Veranstaltungen - dem Hauptschullehrer Adalbert Schennach die Funktion des Schriftführers.
Karl Fasser als Jugendreferent hält ein umfassendes Referat und teilt auch mit, dass im vergangenen Jahr die Jugendausbildung Kpm. Adi Föger, Klaus Steger und Fasser für die Jugendarbeit mehr als 100 Stunden aufgewendet haben. Durch diese Arbeit ist unsere Kapelle eine der wenigen überhaupt, welche noch keine Nachwuchssorgen hat. Ehrwald besitzt heute eine „junge Musikkapelle".
Wieder war man ausgerückt beim letztjährigen Nikolauseinzug.
Die Weihnachtsfeier war wieder ein familiäres Fest.
Große Traurigkeit lag über dem Dorf, als man erfuhr, dass unser beliebter und hochgeachteter Seelsorger, Geistl. Rat Franz Langhans, bei dem Langlaufausflug in Bichlbach plötzlich verstorben ist. Unter den Trauerklängen der Musikkapellen Ehrwald, Biberwier und Neustift wurde die Beisetzung am 17. März am Priestergrab gestaltet. Mit Pfarrer Langhans hat die Musik einen besonderen Freund und Gönner verloren.
Konrad Kerber, über 70 Jahre aktiver Musikant und fast 60 Jahre Vereinskassier, wurde mit großen Ehren am 23. April zu Grabe getragen.
Im Mai ging heuer der Ausflug über Osttirol nach Kärnten nach Bad Kleinkirchheim.
Beim Bundesmusikfest in Steeg erhielt die Kapelle beim Marschmusikwettbewerb den 1. Rang mit Auszeichnung.
Die 100Jahrfeier der FF Ehrwald wurde im Rahmen eines Zeltfestes mit unserer Musik gebührend gefeiert.
Am 9. September gab es Marschmusik beim Einstand unseres neuen Pfarrers, Herbert Kassebacher.
Auch in diesem Monat wurde die Weihe der Tennishalle und des Mehrzweckgebäudes in der Innsbruckerstraße musikalisch gestaltet.
Unter Führung von Klaus Steger fährt im September auf eine Woche ein Teil der Musikkapelle auf Einladung einer begüterten französischen Familie nach Südfrankreich. Die Reise war für alle Teilnehmer ein großes Erlebnis.
Am 15. September wird der Gönner und Förderer, Arnold Linzgieseder geehrt. Schon sein verstorbener Vater, Alfred Linzgieseder, war unserer Musikkapelle stets zugetan. Das „Förderungsabzeichen" des Landesverbandes wurde Linzgieseder beim Bundesmusikfest in Steeg überreicht. Aus diesem Anlass übergeben Obmann Posch und Kpm. Föger die Urkunde und wird ihm ein Ständchen gebracht. Der Geehrte lud die Musik anschließend zu einem Umtrunk in den Gasthof „Stern".
Am 1. Oktober ist unsere Kapelle zum „Weinfest" in Klosterneuburg eingeladen. Es gab viele fröhliche Stunden, schöne Erinnerungen knüpfen an diese Reise.
Der Nikolauseinzug wurde wieder musikalisch gestaltet. Die Weihnachtsfeier fand heuer im Hotel Feneberg statt. Klaus Steger mit seinen Männern und der Bläserkreis sorgten für eine festliche Umrahmung.
1984: Bei der JHV im „Heiligen Wirt" erinnert Obmann Alois Posch an ein anstrengendes und ereignisreiches Jahr 1983.
Für Jugendausbildung wurden 144 Stunden aufgewendet. Er dankt Karl Fasser , Adi Föger für ihre mehr als 14jährige und Klaus Steger für seine 9jährige Tätigkeit als Jugendausbilder für eine in der heutigen Zeit bei einem so großen Angebot an Freizeitgestaltung für die Jugend nicht leichte Aufgabe und wünscht weiterhin gute Zusammenarbeit.
Mit einstimmigen Beschluss wurde dem im Vorjahr verstorbenen Geistl. Rat Franz Langhans postum die Ehrenmitgliedschaft der Bürgermusikkapelle verliehen.
Am 19. Jänner spielte ein Bläserchor beim Begräbnis der 90jährigen Frau Karoline Bönsch. Sie hatte der Musikkapelle einen erheblichen Betrag vererbt.
Zum Jahrestag für Geistl. Rat Franz Langhans am 12. März wurde die Hl. Messe von der Musikkapelle und dem Kirchenchor gestaltet und am Priestergrab ein Choral gespielt.
Im März gab es Marschmusik beim Faschingstreiben. Der Reinerlös floss der Renovierung der Pfarrkirche zu.
Am 14. März wurde Pfarrer Herbert Kassebacher ein Ständchen gebracht. Am Florianitag rückte die Musik mit der Freiwilligen Feuerwehr Ehrwald und Penzberg aus, gestaltete den Gottesdienst und gab ein Frühschoppenkonzert im Gasthof „Grüner Baum".
Hier enden die Berichte des Schriftführers Adalbert Schennach vor dem 175jährigen Jubiläum unserer Musikkapelle vom 19. bis 22. Juli. Dem Fest wünschen wir einen schönen und erfolgreichen Verlauf.
Schlussbetrachtungen:
In der hier vorliegenden Festschrift für eine traditionsreiche Musikkapelle ist nicht nur die Entwicklung, deren Leistungen, Erfolge und die Vielzahl von Höhepunkten in den 175 Vereinsjahren aufgezeichnet. Sie soll gleichzeitig ein Zeitdokument über vergangene Jahrzehnte Ortsgeschehen in Ehrwald sein. Viele Personen haben in diesem Geschehen mitgearbeitet. Und eine Unzahl von Musikbegeisterten mit Obleuten, Kapellmeistern und Funktionären haben ihren Idealismus gezeigt und ihre Freizeit dieser edlen Kulturhälfte zur Verfügung gestellt. Dafür wurden langjährige Musikanten bei den Bundesmusikfesten und anderen Anlässen für 25-, 40-, und 50jährige Mitgliedschaft dekoriert. Aber ebenso mussten Ehefrauen und Bräute Opfer bringen. Die wirtschaftliche Seite spielt eine große Rolle. Diese wurde von der Gemeinde, dem Fremdenverkehrsverband, Gönnern der Musikkapelle und aus der Bevölkerung getragen. Daher soll allen Beteiligten ein aufrichtiges und herzliches „Vergelt´s Gott" gesagt werden! Dank und Anerkennung gezollt sei den Tanzmusikkapellen innerhalb des Vereins, den seit 1946 wirkenden „Loisachtalern" unter Luis Walch und den seit 2 Jahren tätigen „Zugspitzbuem" unter dem Leiter Klaus Steger, die für viele heitere Stunden sorgen! Ihnen allen war und ist bewusst, dass eine Musikkapelle in einem Ort nicht wegzudenken ist. Was wäre eine Fronleichnamsprozession, eine andere kirchliche, weltliche oder gesellschaftliche Festlichkeit ohne unsere braven Musikanten, ohne unsere Bürgermusikkapelle!
Denn: „Alles Gute und Schöne liegt im Reich der Töne!"
Des im Sinne unseres Fahnenspruches, der das Bild der Hl. Cäcilia umrahmt!





